Die Galerie Dorn – ein Treffpunkt der Kunstfreunde seit 1971 Aus Liebe zur Kunst und um ihre kleine, hauptsächlich aus Graphiken des Expressionismus bestehende Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, eröffneten Gertrud und Dr. Helmut Dorn am 1. September 1971 in ihrem Wohnzimmer des Hauses Planckstraße 123 in Stuttgart eine Galerie. Dass diese Idee so schnell Erfolg brachte, daran hatte anfänglich Gertrud Dorn durch ihr außergewöhnliches Engagement großen Anteil. Im Laufe der Zeit legte das Ehepaar Dorn einen großen Bestand von Originalgraphiken der Künstler wie etwa Max Beckmann, Lovis Corinth, Emil Nolde, Erich Heckel oder Max Pechstein an. Hinzu kam eine bedeutende Auswahl an Graphikblättern von Otto Dix. Neugierig und wissensdurstig nahmen Gertrud und Dr. Helmut Dorn immer gern Anregungen an. Bereits 1972 wurde in der auf zwei Räume erweiterten Wohngalerie Max Ackermann zum 85. Geburtstag ausgestellt. Bei einer zweiten Ausstellung in der Galerie Dorn 1973 nahm Max Ackermann, der sein baldiges Lebensende nahen fühlte (er starb 1975), in rührender Weise Abschied von seinen Bildern mit den Worten: „Ade, oh ihr meine lieben Bilder, ich werde euch gewiss nicht wiedersehen.“ Die sehr erfolgreiche Ausstellung ‚Hölzel und Hölzelschüler‘ 1978 dokumentierte dann einen weiteren Schwerpunkt des Ausstellungskonzeptes mit Adolf Hölzel, Max Ackermann, Willi Baumeister, Ida Kerkovius, Oskar Schlemmer u.v.a. Als den Eheleuten Dorn Anfang der 1970er Jahre bei einer Ausstellung von ‚Terre des hommes‘ zwei hervorragende Farblithographien von Rolf Cavael auffielen, führte dies zur Entdeckung dieses wichtigen Künstlers. Die vielen erfolgreich organisierten Cavael-Ausstellungen der Galerie Dorn in Stuttgart vermittelten Kontakte zu anderen Galerien und verhalfen Rolf Cavael zum Durchbruch und öffentlicher Anerkennung. Heute gilt er als einer der wichtigsten deutschen gegenstandslosen Maler. Mit ihm blieben Gertrud und Dr. Helmut Dorn bis zu dessen Tod im Jahre 1979 eng verbunden. Eine 1998 ausgerichtete Ausstellung zum hundertsten Geburtstag erinnerte an ihn. Die gegenstandslose Malerei und das Informell mit Künstlern wie, Winfried Gaul, K.O.Götz, Albert Fürst, Wilhelm Imkamp, Jupp Lückeroth, Lothar Quinte, Bernard Schulze, Emil Schumacher, K.R.H.Sonderborg, Fred Thieler und Fritz Winter sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Galeriearbeit geworden. Die richtungsweisenden Begegnungen unter anderen mit Gerlinde Beck, Roland Martin, Fritz und Karl Ulrich Nuss, dem Ehepaar Matschinsky-Denninghoff, Heinz Pistol, Hans Berweiler oder Heinrich Rohwedder brachte die Beschäftigung mit dreidimensionalen Kunstwerken ins Galerieprogramm und führte dann schließlich zu der Idee, eine Kleinskulpturen-Biennale einzurichten, die 1996 zum ersten Mal mit viel Engagement organisiert wurde und 2006 zum sechsten Mal ausgerichtet wurde. Seine Offenheit und seine Neugier an den Außenseitern und unangepassten Querdenkern in der Kunst bewies das Ehepaar Dorn mit dem Sammeln von repräsentativer Graphik Horst Janssens und auch dem großen, beeindruckenden Bestand an Hundertwasser-Originalgraphiken, der seit den 1980er Jahren angelegt wurde. Nach dem Tod Dr. Helmut Dorns im Jahr 2005 wird die Galerie Dorn von Frau Gertrud Dorn geleitet. Über die Jahre haben sich die Raum-gegebenheiten in der Planckstraße 123 immer wieder verändert. Kunstausstellungen finden auf zwei Stockwerken statt und auch der Garten wird immer mehr als Ausstellungsort genutzt. Die Verbundenheit zu Künstlern aus Baden-Württemberg ist der Galerie Dorn eine Verpflichtung, genauso wie, junge Künstler zu fördern, so dass immer auch aktuelle Positionen der Kunst entdeckt werden können. Bilder brauchen Betrachter und Ausstellungen Resonanz. Die Galerie Dorn freut sich auf Ihren Besuch und bleibt aufgeschlossen für ihre Wünsche und Anregungen. |